"Laufzettel" nach dem BAMF-Bescheid

Was nach der Anerkennung passiert

Viele Flüchtlinge bekommen mittlerweile endlich ihre Bescheide - nach monatelangen Wartezeiten. Was aber ist zu tun, was zu beachten, wenn man anerkannt ist? Hier gibt's ein paar Tipps dazu - zusammengestellt nach den ersten praktischen Erfahrungen von Brigitte Herzig.
Diese Tipps erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit - sie sollen vor allem für HelferInnenn eine Orientierung bieten.

  1. BAMF-Bescheid (über den vollen Flüchtlingsschutz oder den subsidiären Schutz) wird dem Asylbewerber förmlich zugestellt
  2. Der Asylbewerber sollt überlegen, ob er gegen die Entscheidung, sofern ihm nur subsidiärer Schutz bewilligt wurde, Klage beim Verwaltungsgericht einlegen möchte oder nicht, ggfs. ist die kurze Frist zur Klageeinreichung zu beachten.
  • man kann eigenständig Klage erheben
  • oder unter Hinzuziehung eines Anwalts
  • oder mit Unterstützung z. B. der Caritas / inpetto
  1. das Ausländeramt wird vom BAMF informiert
  2. das Ausländeramt informiert die Abteilung Soziale Leistungen der Stadt Sundern – also das Ucarman-Team
  3. die schreiben den Asylberechtigten an und teilt mit, ab wann keine Leistungen mehr gewährt werden.
  4. Der Asylberechtigte entscheidet sich möglichst rasch, ob er weiterhin in Sundern leben möchte und in Sundern zum Job-Center geht, um Leistungen zu beantragen, oder ob er seine Zukunft in einer anderen Stadt plant, ggfs. benötigt er dort eine Wohnung, zumindest aber eine Meldeanschrift, um dort Leistungen beim Job-Center zu beantragen.
  5. Will der Asylsuchende in Sundern bleiben, geht er zur bisher zuständigen Abteilung Soziale Leistungen und wird von dort aus zum Job-Center übergeleitet – ggfs. wird ein Termin vereinbart.
  6. Wer hat, bringt zum Termin bei Job-Center Zeugnisse, Lebenslauf, usw. mit.
  7. Es sind schon mal amtliche Passfotos zu erstellen, die z. B. für die Krankenkasse und für die Ausländerbehörde benötigt werden.

10.  Es ist eigenständig eine Krankenversicherung abzuschließen, dazu ist ein Passfoto und diverse Dokumente mitzubringen

  1. Kinder unter 15 Jahren benötigen kein Passfoto,
  2. bei Familien reicht es, wenn z. B. der Mann kommt und das Passfoto der Frau mitbringt,
  3. außerdem möglichst beglaubigte und übersetzte Fassung der Geburtsurkunde und evtl. der Heiratsurkunde, falls vorhanden,
  4. aktueller Ausweis

11.   in einem Folgetermin beim Job-Center ist der Leistungsantrag ausgefüllt und unterzeichnet mit den genannten Unterlagen mitzubringen

12.  nach schriftlicher Einladung fährt der Asylberechtigte zum Ausländeramt in Meschede, um den Ausweis zu beantragen. Dazu ist ein Passfoto mitzubringen. Unter Umständen kann vorab eine Kostenübernahme der Stadt beantragt werden.

13.  irgendwann erhält der Flüchtling noch eine Mitteilung unmittelbar vom BAMF, dass nun ausschließlich die Ausländerbehörde für ihn zuständig ist, was das Asylverfahren / den Aufenthalt betrifft.

14.  Der Ausweis ist fertig und kann in Meschede persönlich vom Asylberechtigten abgeholt werden, nach Vereinbarung eines Termins. In diesem Termin werden außerdem die bei Ankunft oder später dem BAMF übergebenen Heimatpapiere bzw. Pässe im Original zurück gegeben – teils aber auch erst später.